Haus Alst: Rittergut des Westfälischen Bauernkönigs
Horstmar-Leer, Kreis Steinfurt
Auf einen Blick
Lage
Geschichte
Besitzergeschichte
Erstmalige urkundliche Erwähnung fand die Wasserburg Alst 1150 im Heberegister des Klosters Werden. Danach wurde Alst 1217 urkundlich als Eigentum der Herren von Münster erwähnt. Die Wasserburg befand sich in den Händen der Familie von Alst (Alstede). Es folgte die Familie von Wüllen, danach die Familie von Blome.
1569 erbten die Herren von Westerholt das Gut. 1802 verkaufte die Familie von Westerholt Haus Alst an den münsterischen Bankier Schönstädt.
1832 ging Haus Alst an Josef Freiherr Droste zu Hülshoff, 1843 an Wilderich Freiherr von Ketteler, 1848 dann an Ferdinand Graf von Galen und schließlich 1852 erwarb Burghard Freiherr von Schorlemer-Alst das Anwesen.
Der Enkel des Westfälischen Bauernkönigs verkaufte das Haus 1935 wieder an die Grafen von Westerholt-Gysenburg, in deren Händen es sich auch noch heute befindet.
Der Westfälische Bauernkönig
Burghard Freiherr von Schorlemer-Alst war der bekannteste Besitzer des Rittergutes. Er wurde auf Schloss Herringhausen geboren und erwarb Haus Alst im Jahr 1852. Man nannte ihn den „Westfälischen Bauernkönig".
1871 gründete er den Westfälischen Bauernverein, dessen Vorsitzender er bis 1895 war. Zudem war er Mitglied des Reichstages und des deutschen Landtages. Am 17. März 1895 verstarb er auf Haus Alst.
Baugeschichte
Die Zwei-Inselanlage verbirgt sich hinter einem ca. 8 Meter hohen Erdwall, der sich hinter einer tiefen Gräfte erhebt.
Hauptburg
1624 wurde an Stelle der alten Wasserburg für den kaiserlichen Feldwachtmeister Bernhard von Westerholt zu Hackfurt das jetzige zweigeschossige Haus Alst errichtet. Der Unterbau besteht aus Bruchsteinen, der Oberbau aus Specklagentechnik der niederländischen Renaissance, einem Wechsel aus roten Ziegelsteinen und gelblich-weißen Sandstein.
Es handelt sich dabei um eine Besonderheit im nordwestlichen Westfalen. Nur wenige Häuser in Westfalen verfügen über eine vergleichbare Verzierung, so beispielsweise der Merfelder Hof in Horstmar und Haus Hamern in Billerbeck. Bemerkenswert sind ferner die flachen Entlastungsbögen aus Ziegelsteinen mit Sandsteinquadern über den Fenstern.
An der Nordseite befindet sich ein achteckiger Treppenturm. Seine Tür dient als Hauptportal der Hauptburg. An der Südwestecke befindet sich ein dreigeschossiger quadratischer Turm.
Am Ostende der nördlichen Hauswand befand sich ein im rechten Winkel zum heutigen Haus stehender Flügel, der jedoch vermutlich um 1800 abgebrochen worden ist. Der Treppenturm befand sich an der Schnittstelle der beiden Flügel.
Vorburg
Durch das Torhaus im Süden mit gotischen Fenstern und blinden Schießscharten aus dem Jahre 1870 gelangt man auf die Vorburg. Die Gebäude der Vorburg sind zwei schlichte Wirtschaftsgebäude aus dem letzten Jahrhundert. Sie waren früher noch einmal ganz von einer Innengräfte umgeben.
Weiterführende Informationen
- Schloss Burgsteinfurt – Residenz der Fürsten zu Bentheim-Steinfurt
- Weitere Literaturhinweise
Fotos
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Schloss Burgsteinfurt
Residenz der Fürsten zu Bentheim-Steinfurt
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Haus Welbergen
Wasserburg mit Renaissancegiebel