Haus Giesking: Historischer Herrensitz der Familie Tecklenborg

Nottuln-Appelhülsen, Kreis Coesfeld

Auf einen Blick

Adresse

Haus Giesking
Hangenau 25
48301 Nottuln-Appelhülsen
Kreis Coesfeld

Besichtigung

Außen: Eingeschränkt von der Straße möglich.
Innen: Privat bewohnt, nicht zugänglich.
Nutzung: Gestüt mit Pferdezucht

Lage

Geschichte

Besitzergeschichte

Erstmals wurde Haus Giesking als domus Gysekinch zu Beginn des 14. Jahrhunderts urkundlich in den Heberegistern des Nottulner Stiftes erwähnt.

Bereits vor der Mitte des 15. Jahrhunderts befand sich Giesking in den Händen der münsterschen Erbmännerfamilie Warendorp, die das Gut von den Bauern Johann und Else Gysekinck übernahm. Die endgültige Übertragung an Bernd Warendorp erfolgte am 20. Juni 1494. Den Hauptsitz hatte die Familie Warendorp auf dem Haus Nevinghoff.

Heinrich von Warendorp starb am 01. Mai 1575 kinderlos. In seinem 1572 errichteten Testament setzte er seinen Neffen Lubbert Travelmann zu Ebeling und Mathias von Kerckering zu seinen Erben ein. Matthias von Kerckerinck zu Stapel erhielt Haus Giesking.

Nach dem Tod von Matthias am 15. Februar 1591 wurde sein Besitz unter seinen beiden Söhnen aufgeteilt. Der jüngere Bruder Barthold erhielt Haus Giesking. Durch diese Erbteilung entstand neben der Linie Kerckering zu Stapel die Linie Kerckering zu Giesking.

1626 heiratete Bernhard Kerckering zu Giesking Richmond von Bock, Erbin zu Sentmaring. 1632 leitete Bernhard die bedeutendste Baukampagne auf Haus Giesking ein.

Nach dem Aussterben der Familie von Kerckering zu Stapel im Mannesstamm gegen Ende des 18. Jahrhunderts erbte die Tochter Theresia den Besitz. 1801 heiratete sie Ernst Constantin von Droste-Hülshoff. Auch diese Linie erlosch 1880.

1956 ging Haus Giesking an die Familie Schürholz über. 1988 wurde es an Marianne und Rudolph Tecklenborg aus Werne verkauft, in deren Eigentum es sich noch heute befindet. Das Gut wurde zu einem Gestüt ausgebaut. Teile sind an den schwedischen Weltklassedressurreiter Patrick Kittel verpachtet.

Baugeschichte

Ursprünglich lagen Herrenhaus und Wirtschaftsgebäude auf zwei getrennten Inseln, bis gegen Mitte des 16. Jahrhunderts der trennende, 5 Meter breite Wassergraben zugeschüttet wurde. Zu dieser Zeit wurde Haus Giesking durch Heinrich Warendorp zum Herrensitz ausgebaut.

Herrenhaus

Teile des Herrenhauses aus der Mitte des 16. Jahrhunderts sind noch heute erhalten, vor allem in den Kellerräumen mit grob gebrochenen Sandsteinblöcken. Das alte Herrenhaus brannte teilweise ab. Auf den erhaltenen Resten wurde 1680 das Herrenhaus wieder aufgebaut – ein zweigeschossiger Backsteinbau, dessen Obergeschoss in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts abgebrochen wurde.

Bauhaus

Das heute noch vorhandene Bauhaus entstand in mehreren Bauphasen. In der Mitte der Westseite befindet sich ein Wappenstein aus Baumberger Sandstein mit der Jahreszahl 1632 sowie dem Allianzwappen des Erbauerehepaars Kerckering zu Giesking und Bock zu Sentmaring. An der Außenfassade sind 0,5 x 0,5 Meter große Schießscharten aus Sandstein angeordnet. Das Bauhaus ist mit Dreistaffelgiebeln mit Muschelaufsätzen versehen. Seit 1632 ist die gesamte Vorburg von einer dicken Mauer umgeben.

Weitere Gebäude

Im rechten Winkel an das Bauhaus gliedert sich ein zweigeschossiger Fachwerkspeicher aus dem Jahr 1637 an. Ein einfaches eingeschossiges Fachwerkgebäude aus dem 17./18. Jahrhundert diente als Backhaus, bis es nach der Mitte des 20. Jahrhunderts als Pferdestall umfunktioniert wurde.

Ställe und eine Reithalle außerhalb der Gräfte wurden nach dem Erwerb durch die Familie Tecklenborg 1988 errichtet. Der große rechteckige Garten wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts angelegt.

Weiterführende Informationen

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