Haus Sassendorf: Barockes Herrenhaus der Familie von Bockum-Dolffs

Bad Sassendorf, Kreis Soest

Auf einen Blick

Adresse

Haus Sassendorf
Bismarckstraße 8
59505 Bad Sassendorf
Kreis Soest

Besichtigung

Außen: Von umliegenden Straßen möglich (eingeschränkte Sicht).
Innenhof: Betreten nicht gestattet.
Hochzeiten: Im Schloss möglich.

Lage

Geschichte

Besitzergeschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde 1313 ein Olricus des Sassendorpe im Güterverzeichnis des Grafen Wilhelm von Arnsberg. Haus Sassendorf befindet sich in der unmittelbaren Nähe des Kurparks in Bad Sassendorf.

Nachdem das Bergenthal-Haus der Familie von Bockum-Dolffs in Soest im Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) vernichtet wurde, kaufte Franz von Bockum-Dolffs mit finanzieller Unterstützung seines Bruders, des Generals Goswin von Bockum-Dolffs, 1765 das freie Gut Sassendorf von Dietrich von Roßkampf. Damit wurde auch die zweite Linie der Soester Familie von Bockum-Dolffs – neben der Völlinghausener Linie – in der Soester Börde landsässig.

Die Familie von Bockum-Dolffs zu Sassendorf starb am 06. April 1941 mit dem Tod Göddert von Bockum-Dolffs während Kriegshandlungen im Zweiten Weltkrieg in Griechenland im Mannesstamm aus. Seine Erbin wurde seine Schwester Sybilla von Bockum-Dolffs, die seit 1934 mit dem Rechtsanwalt Albert Simons aus einer alten Soester Patrizierfamilie verheiratet war.

Seit 1951 darf die Familie durch Genehmigung des Innenministers den Namen Simons von Bockum-Dolffs tragen. Heute befindet sich das Haus Sassendorf in den Händen des Amtsrichters Albert Simons von Bockum-Dolffs.

Baugeschichte

Mit dem Bau des heute noch erhaltenen Herrenhauses wurde am 02. Juni 1783 begonnen, nachdem das alte Gut Sassendorf im Siebenjährigen Krieg weitgehend zerstört worden ist und deshalb abgerissen werden musste.

Erst 1810 wurde die Errichtung mit dem Innenausbau abgeschlossen. Der Bauherr Franz von Bockum-Dolffs verstarb überraschend im August 1786. Sein Erbe wurde sein Sohn, der preußische Offizier Johann Franz von Bockum-Dolffs. Er war berufsbedingt fast 25 Jahre nicht in Sassendorf, so dass er erst zu dieser Zeit den Innenausbau fertigstellen ließ. Der Innenausbau wurde nicht wie geplant in Barock, sondern im Stil des Klassizismus des frühen 19. Jahrhunderts vollendet.

In der Eingangshalle befinden sich Landschaftsmalereien und Supraporten aus der Zeit der Errichtung. Das Anwesen ist über zwei Zufahrten zugänglich. Das elfachsige Haupthaus im Stil des norddeutschen Barock verfügt über zwei kleine Seitenflügel sowie einen Mittelrisalit.

Der Giebel des Mittelrisalits ist mit zwei farbig verzierten Wappen sowie der Jahreszahl 1785, dem Jahr der Fertigstellung des Außenbaus, versehen. Die Außenfassade ist reichlich verziert. Die Fassaden werden durch stuckierte Fensterverdachungen, Fenstergewände aus Naturstein und ein starkes Geschossgesims gegliedert. Das zweigeschossige Herrenhaus ist mit einem Mansarddach versehen.

Die zwei Wirtschaftsgebäude bestehen aus Fachwerk. Der linke Bau brannte im August 1968 ab, wurde jedoch 1972 wieder errichtet. Die Fachwerkscheunen sind bereits vor 1765 erbaut worden.

Durch das marode Dach drang Wasser in das Haus ein, so dass Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden mussten, die im Herbst 2006 abgeschlossen wurden. Es wurde mit Schiefer neu eingedeckt.

Weiterführende Informationen

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