Schloss Vornholz: Barocker Familiensitz der von Nagel-Doornick
Ennigerloh-Ostenfelde, Kreis Warendorf
Auf einen Blick
Lage
Geschichte
Besitzergeschichte
Vornholz wurde 1172 erstmals urkundlich erwähnt und befand sich im Besitz der Ritter von Ostenfelde, Burgmänner zu Stromberg. Nach deren Aussterben im Jahr 1481 fiel Vornholz 1494 an die verwandte Familie Vincke.
1540 gelangte das Anwesen an die Familie Droste zu Erwitte. 1656 erwarb der Oberkommandierende der münsterischen Truppen, Generalwachtmeister Dietrich Hermann von Nagel aus dem Haus Itlingen, das Haus Vornholz. Er ließ die heutige Anlage errichten.
Durch die Heirat des Hermann Adolph von Nagel mit Maria Elisabeth von Doornick aus dem Haus Welschenbeck bei Belecke im Jahr 1765 nennt sich die Familie seitdem von Nagel-Doornick. Die Nachfahren leben noch heute auf Haus Vornholz und Haus Welschenbeck.
Clemens Freiherr von Nagel-Doornick gründete 1937 das Gestüt Vornholz, das nach seinem Tod wieder aufgelöst wurde. In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg fanden auf Haus Vornholz Reitturniere mit internationaler Beteiligung statt. Er gründete zudem das Kavalleriemuseum. Zwischenzeitlich diente das Schloss als Altersheim des Deutschen Roten Kreuzes.
Baugeschichte
Haus Vornholz besteht aus zwei Inseln, die von einem Doppelgraben sowie einem Wall geschützt werden.
Hauptinsel
An Stelle des alten abgebrannten Gebäudes ließ Generalwachtmeister Dietrich Hermann von Nagel von 1666 bis 1685 auf der Hauptinsel das dreiflügelige barocke Herrenhaus auf den alten Grundmauern durch den Architekten Pictorius den Älteren errichten.
Der älteste Teil des Herrenhauses ist der zweigeschossige Mittelbau aus verputztem Bruchstein mit einem hohen Walmdach. Geschmückt wird der Bau durch eine Freitreppe und das barock verzierte Hauptportal mit dem Allianzwappen Christoph Bernhards von Nagel und dessen Ehefrau Elisabeth von Brabeck. Etwas später wurden die zwei niedrigeren Seitenflügel angebaut, deren Ende je durch einen Eckturm geziert werden.
Mitte des 20. Jahrhunderts wurde im Westen des Herrenhauses eine Terrasse und eine Brücke über die Hausgräfte errichtet. Die Wände des Speisesaals sind mit kostbarer Ledertapete versehen. Ferner befinden sich in ihm drei mächtige holländische Schränke aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Vorinsel
Seitlich versetzt zur Hauptinsel befindet sich im Osten die Vorinsel. Der überwiegende Teil der Wirtschaftsgebäude mit den beiden Ecktürmen stammt aus dem 17. Jahrhundert. Der Mittelbau der nördlichen Gebäudereihe mit seinen Doppeltoren wurde im 19. Jahrhundert erneuert. In den Wirtschaftsgebäuden sind Pferdeställe untergebracht, deren Wände mit Delfter Kacheln versehen sind.
Alte Rentei
Südlich des Schlosses befindet sich die barocke Rentei. Es ist ein einstöckiger, verputzter Ziegelbau mit Mansarddach. Sie wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts nach Plänen des Bauinspektors Johann Boner aus Münster, einem engen Mitarbeiter Johann Conrad Schlauns, errichtet.
Besondere Angebote
Das Kavalleriemuseum kann im Rahmen einer Führung nach Voranmeldung besichtigt werden. Es beherbergt Ausrüstungsgegenstände einstiger Reiterregimenter von 1748 bis zum Ersten Weltkrieg, vor allem Kavallerieuniformen.
Im Hochsommer finden internationale Meisterkonzerte statt. In unmittelbarer Nähe des Hauses befindet sich ein Golfclub, dessen Platz teilweise auf dem ehemaligen Gartengelände liegt.
Weiterführende Informationen
- Duncker, Alexander: Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preußischen Monarchie, 16 Bände, Berlin 1857-1883
- Haus Vorhelm – Sechsinselanlage der Droste zu Vischering
- Weitere Literaturhinweise
Fotos
Bilder: Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
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Haus Vorhelm
Sechsinselanlage der Familie Droste zu Vischering
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Burg Vischering
Stammsitz der Familie Droste zu Vischering