Waldhof Bielefeld: Renaissance-Adelssitz und Kunstmuseum

Bielefeld, Stadt Bielefeld

Auf einen Blick

Adresse

Waldhof Bielefeld
Welle 61
33602 Bielefeld
Stadt Bielefeld

Besichtigung

Außen: Jederzeit möglich.
Innen: Als Museum des Kunstvereins zugänglich.
Nutzung: Bielefelder Kunstverein e.V.

Lage

Geschichte

Besitzergeschichte

Der Waldhof in Bielefeld, in unmittelbarer Sichtnähe des Gret'schen Hofes, wurde für die Familie von dem Wolde erbaut. Der Name „Waldhof" leitet sich von dieser Gründerfamilie ab, deren Stammsitz der Hof über mehrere Generationen war.

1492 gelangte der Hof in das Eigentum der Familie von Ledebur. Die Ledeburs waren eine alteingesessene Ritterfamilie der Grafschaft Ravensberg und übten verschiedene Ämter in der Region aus.

Der Hof war mit dem Asylrecht (Freistättenrecht) ausgestattet, das seinen Bewohnern Schutz vor dem Zugriff des Bielefelder Stadtgerichts gewährte. Dieses Privileg verdeutlicht den adeligen Sonderstatus des Anwesens innerhalb der bürgerlichen Stadt.

Von 1505 bis 1511 nahmen Franziskanermönche Unterkunft in dem Waldhof, bevor sie ein eigenes Kloster in der Stadt bezogen.

Baugeschichte

Die Ursprünge des Waldhofes reichen vermutlich bis ins 14. Jahrhundert zurück. Das heutige Erscheinungsbild geht im Wesentlichen auf einen umfassenden Umbau Ende des 16. Jahrhunderts zurück, bei dem der Hof im Stil der Weserrenaissance gestaltet wurde.

Der markante Giebel trägt ein Allianzwappen der Familien von Ledeburg und Schencking, versehen mit der Jahreszahl 1585. Die für die Weserrenaissance typischen Schmuckformen — Beschlagwerk, profilierte Gesimse und Dreiviertelrosetten — sind am Giebel noch erkennbar.

Das zweigeschossige Gebäude in Bruchstein-Bauweise verfügt über ein Satteldach mit dem charakteristischen Ziergiebel an der Straßenseite. An der rückwärtigen Seite befindet sich ein Treppenturm, der den Zugang zum Obergeschoss ermöglicht.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Hof bei den Luftangriffen auf Bielefeld teilweise zerstört. In der Zeit von 1945 bis 1948 erfolgte der Wiederaufbau unter weitgehender Beibehaltung der historischen Bausubstanz.

Heutige Nutzung

Von 1964 bis 1984 befand sich in den Räumlichkeiten das kunsthistorische Museum der Stadt Bielefeld. In dieser Zeit wurden die Innenräume für Ausstellungszwecke umgestaltet.

Seit 1984 wird der Waldhof als Museum des Bielefelder Kunstvereins e.V. genutzt. Der 1927 gegründete Kunstverein zeigt in den historischen Räumlichkeiten wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Der Kontrast zwischen Renaissance-Architektur und moderner Kunst verleiht dem Ausstellungsort einen besonderen Charakter.

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