Haus Darup: Historischer Herrensitz der Familie von Bönninghausen
Nottuln-Darup, Kreis Coesfeld
Auf einen Blick
Lage
Geschichte
Besitzergeschichte
Die Familie von Dodorpe (Darup) wurde 1315 erstmals mit dem Knappen Bernardus de Dodorpe urkundlich erwähnt. Er war bischöflicher Amtmann und gehörte dem Deutschen Ritterorden in Münster an.
Danach gelangte Haus Darup in die Hände der Familie von Kemenaden, die vermutlich um 1400 erlosch. Ihnen folgte die Familie von Burse. Im Jahr 1500 übertrug Bernd von Buse Haus Darup dem Kartäuserkloster in Weddern. 1539 wurde Goswin von Raesfeld Eigentümer, ihm folgte wenig später Rolef von Bürse.
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts gelangte Haus Darup in den Besitz der Familie von Kückelsheim zu Rorup. Am 9. November 1623 verkauften Wilhelm von Kückelsheim und seine Frau Metta das Anwesen an Reinhard von Raesfeld zu Haus Visbeck bei Dülmen.
Am 6. April 1650 verkaufte Reinhard von Raesfeld Haus Darup an Wilhelm von Droste und seine Ehefrau Anna Maria von Nagel. Nach mehreren Erbgängen kam das Gut 1714 an den Reichsfreiherrn Caspar Lothar Dietrich von Bönninghausen. Die Familie von Bönninghausen blieb bis 1929 im Eigentum von Haus Darup.
Nach dem Konkurs der Familie von Bönninghausen erhielt 1929 der Kaufmann Bernhard Frisch aus Ennigerloh den Zuschlag bei der Zwangsversteigerung. 1942 verkaufte dessen Witwe das Anwesen an den Landwirt Theodor Struwe aus Hohenwedel bei Warburg. Die Familie Struwe ist noch heute Eigentümer des Hauses.
Baugeschichte
Das heute noch erhaltene Herrenhaus ist an drei Seiten von einer breiten Gräfte umgeben. Lediglich an der Frontseite existiert die Gräfte seit 1826 nicht mehr.
Herrenhaus
Das Herrenhaus ist ein eineinhalbgeschossiger Putzbau mit Krüppelwalmdach. Es wurde zwischen 1740 und 1750 um den heute noch erhaltenen südlichen Teil erweitert.
An der Hauptfront befindet sich ein leicht vortretender Mittelrisalit, der einen fünfachsigen Treppengiebel trägt. Zudem befindet sich eine Uhr auf der Giebelhöhe. Das Haus wird durch Gurtgesimse gegliedert.
Bis ins erste Viertel des 19. Jahrhunderts befand sich an der Rückseite des Herrenhauses ein massiver, mit Schießscharten versehener Turm.
Wirtschaftsgebäude
Die heute noch erhaltenen Wirtschaftsgebäude bestehen aus fünf separaten Gebäuden. Sie liegen außerhalb der Gräfte und stammen maßgeblich vom Architekten und Regierungsbaumeister Köthen aus Münster. Das Ökonomiegebäude mit der Verwalterwohnung wurde 1909 erbaut. Der Pferdestall entstand 1927 bis 1928.
Renovierungen
Die Gesamtanlage steht seit 1987 unter Denkmalschutz. Noch heute wird das Anwesen landwirtschaftlich genutzt. Die um 1880 errichteten Dachausbauten wurden im Mai 2005 grundlegend erneuert. Umfassende Renovierungen fanden 1956, 1987 und 1999 statt.
Weiterführende Informationen
- Haus Visbeck – ehemaliger Besitz der Familie von Raesfeld
- Weitere Literaturhinweise
Fotos
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Mittelalterliche Wasserburg mit fünf Vorburgen
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