Köln Sehenswürdigkeiten: Historische Bauwerke und Wahrzeichen
Rheinmetropole mit zweitausendjähriger Baugeschichte
Die Sehenswürdigkeiten in Köln spiegeln eine über zweitausend Jahre alte Baugeschichte wider. Gegründet als römische Kolonie unter dem Namen Colonia Claudia Ara Agrippinensium im Jahr 50 n. Chr., entwickelte sich die Stadt am Rhein zu einem der bedeutendsten geistlichen und politischen Zentren des mittelalterlichen Europa. Noch heute zeugen der gotische Dom, zwölf romanische Stiftskirchen und das historische Rathaus von dieser herausragenden Stellung.
Im Zweiten Weltkrieg wurden weite Teile der Kölner Altstadt zerstört. Der Wiederaufbau der historischen Kirchenbauten zog sich bis in die 1980er Jahre. Die nachfolgende Übersicht dokumentiert die wichtigsten historischen Bauwerke und Sehenswürdigkeiten Kölns mit Schwerpunkt auf Architektur und Baugeschichte.
Der Kölner Dom: UNESCO-Welterbe und Wahrzeichen
Der Kölner Dom (Hohe Domkirche Sankt Petrus) ist das bekannteste Bauwerk der Stadt und seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbe. Mit einer Höhe von 157,38 Metern war er bei seiner Vollendung 1880 das höchste Gebäude der Welt.
Die Grundsteinlegung erfolgte am 15. August 1248 unter Erzbischof Konrad von Hochstaden. Als Vorbild diente die Kathedrale von Amiens. Der Bau des Chores wurde 1322 abgeschlossen. Ab etwa 1530 ruhten die Bauarbeiten für über drei Jahrhunderte. Erst 1842 wurde der Weiterbau nach den wiederentdeckten mittelalterlichen Bauplänen aufgenommen. Am 15. Oktober 1880 fand die Vollendungsfeier in Anwesenheit Kaiser Wilhelms I. statt.
Das fünfschiffige Langhaus misst 144,58 Meter in der Länge. Das Mittelschiff erreicht eine Gewölbehöhe von 43,35 Metern. Zu den bedeutendsten Ausstattungsstücken zählen der Dreikönigsschrein (um 1190-1225), das Gerokreuz (um 970) als ältestes erhaltenes Monumentalkreuz des Abendlandes sowie der Altar der Stadtpatrone von Stefan Lochner (um 1445).
Romanische Kirchen und historische Architektur
Köln besitzt mit seinen zwölf großen romanischen Kirchen ein europaweit einzigartiges Ensemble sakraler Baukunst aus dem 10. bis 13. Jahrhundert. Die Kirchen sind seit 1985 im Förderverein Romanische Kirchen Köln e.V. zusammengeschlossen.
Groß St. Martin
Die ehemalige Benediktinerabteikirche wurde ab 1150 errichtet und gehört zu den markantesten Bauwerken der Kölner Altstadt. Der kleeblattförmige Ostchor mit seinem mächtigen Vierungsturm prägt die Silhouette der Stadt am Rhein. Nach schweren Kriegsschäden wurde die Kirche 1985 nach über 30-jähriger Restaurierung wiedereröffnet.
St. Maria im Kapitol
Die Kirche wurde 1049 unter Äbtissin Ida geweiht und gilt als frühestes Beispiel des Dreikonchenchors nördlich der Alpen. Dieser Grundriss — eine kleeblattförmige Anordnung von drei halbkreisförmigen Apsiden — wurde zum Vorbild für weitere Kölner Kirchenbauten. Die in Eichenholz geschnitzten Türen aus dem 11. Jahrhundert gehören zu den ältesten figürlichen Holztüren Europas.
St. Aposteln
Am Neumarkt gelegen, wurde St. Aposteln im 11. Jahrhundert als Stiftskirche gegründet. Der Westturm stammt aus der Zeit um 1020, der Dreikonchenchor wurde Ende des 12. Jahrhunderts vollendet. Die Verbindung von schwerem ottonischen Westwerk und leichtem spätromanischen Ostbau dokumentiert zwei Jahrhunderte rheinischer Baukunst.
Profanbauten und Museen
Historisches Rathaus
Das Kölner Rathaus ist das älteste Rathaus Deutschlands. Urkundlich erstmals 1135 erwähnt, wurde der gotische Rathausturm zwischen 1407 und 1414 errichtet. Er ist mit 130 Steinfiguren geschmückt, die bedeutende Persönlichkeiten der Stadtgeschichte darstellen. Die Renaissance-Laube (Vorhalle) wurde 1569-1573 durch Wilhelm Vernukken nach Plänen von Cornelis Floris de Vriendt im Stil der niederländischen Renaissance angefügt.
Römisch-Germanisches Museum
Das 1974 eröffnete Museum wurde über dem Fundort des Dionysos-Mosaiks errichtet, eines römischen Fußbodenmosaiks aus dem 3. Jahrhundert. Die Sammlung dokumentiert die römische Vergangenheit der Stadt und umfasst Funde aus der Zeit der Colonia Claudia Ara Agrippinensium. Das Grabmal des Legionärs Poblicius (um 40 n. Chr.) zählt zu den bekanntesten Exponaten.
Museum Ludwig
Das 1986 eröffnete Museum für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft des Domes. Der Bau wurde von den Architekten Busmann und Haberer entworfen. Die Sammlung umfasst unter anderem eine der umfangreichsten Pop-Art-Sammlungen Europas sowie bedeutende Werke des russischen Konstruktivismus und der Expressionisten.
Praktische Hinweise
Die meisten der hier genannten Sehenswürdigkeiten Kölns befinden sich in der Altstadt und sind fußläufig vom Hauptbahnhof erreichbar. Der Kölner Dom liegt unmittelbar neben dem Hauptbahnhof. Die romanischen Kirchen verteilen sich innerhalb des ehemaligen mittelalterlichen Stadtmauerrings, dessen Verlauf heute durch die Ringstraßen markiert wird.
Der Eintritt in den Kölner Dom und die romanischen Kirchen ist frei. Für die Turmbesteigung des Domes (533 Stufen) sowie den Besuch der Domschatzkammer werden Eintrittsgelder erhoben. Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise sind über die Website des Kölner Domkapitels abrufbar.
Fotos
Kölner Dom – Gesamtansicht der gotischen Kathedrale
Groß St. Martin – Romanische Abteikirche mit Vierungsturm
Historisches Rathaus – Gotischer Rathausturm mit 130 Steinfiguren
Weiterführende Informationen
- Kölner Dom – Offizielle Website des Metropolitankapitels
- Förderverein Romanische Kirchen Köln e.V.
- Nürnberg Sehenswürdigkeiten – Kaiserburg, Altstadt und historische Kirchen
- Weitere Literaturhinweise
Häufige Fragen
Welche Sehenswürdigkeiten in Köln sind kostenlos?
Der Eintritt in den Kölner Dom und alle zwölf romanischen Kirchen ist frei. Auch das Historische Rathaus kann während der Öffnungszeiten kostenfrei besichtigt werden. Lediglich für die Turmbesteigung des Domes, die Domschatzkammer und die Museen werden Eintrittsgelder erhoben.
Wie viele romanische Kirchen gibt es in Köln?
Köln besitzt zwölf große romanische Stifts- und Klosterkirchen aus dem 10. bis 13. Jahrhundert. Dieses Ensemble ist in seiner Dichte und Qualität in Europa einzigartig. Die bekanntesten sind Groß St. Martin, St. Maria im Kapitol und St. Aposteln.
Wie alt ist der Kölner Dom?
Die Grundsteinlegung des heutigen gotischen Domes erfolgte 1248. Die Bauarbeiten dauerten mit einer über 300-jährigen Unterbrechung bis 1880. An gleicher Stelle befand sich seit dem 4. Jahrhundert eine christliche Kirche. Der karolingische Vorgängerbau, der Alte Dom, wurde 873 geweiht.