Haus Vögeding: Historische Wasserburg in Münster-Nienberge

Münster-Nienberge, Stadt Münster

Auf einen Blick

Adresse

Haus Vögeding
Haus Vögeding 16
48161 Münster-Nienberge
Stadt Münster

Besichtigung

Außen: Guter Blickkontakt von der Straße möglich.
Innen: Privat bewohnt, nicht zugänglich.

Lage

Geschichte

Besitzergeschichte

1353 wurde Haus Vögeding erstmals urkundlich bei der Schenkung des Hauses an das Kloster Cappenberg erwähnt. Lehnsträger wurde die münstersche Erbmännerfamilie von Bischoping.

1574 gelangte das Anwesen durch Heirat der Erbtochter Aleid Bischoping in den Besitz des münsterschen Erbmannes Hermann von Schenking zu Wieck.

1770 gelangte das Haus durch die Erbtochter Eleonore Balduina von Schencking in den Besitz der Freiherren Wrede zu Amecke, namentlich in die Hände Philipp Hermann von Wrede (1728 bis 1793).

1827 erwarb die Familie von Droste-Hülshoff Haus Vögeding. Diese verpachtete das Anwesen im Rahmen ihrer Güterverwaltung. Aufgrund seiner Lage zwischen Burg Hülshoff und Haus Rüschhaus nahm Annette von Droste-Hülshoff unter anderem während Spaziergängen mit Levin Schücking dort eine Stärkung zu sich. Zudem soll sie mit der Tochter der Pächterfamilie befreundet gewesen sein.

Seit 1899 pachtete die Familie Schulte-Hullen das Anwesen, die es 1939 käuflich erwarb. Haus Vögeding befindet sich noch heute im Eigentum der Familie Schulze-Hullen-Weissen.

Baugeschichte

Ursprünglich bestand Haus Vögeding aus mehreren Inseln, nämlich einer Haupt- und Vorinsel. Die Inseln lagen in einem großen Hausteich.

Von der ehemals viertürmigen Vorburg ist heute nur noch das Brauhaus erhalten. Es ist mit einem Turm versehen und wird heute als Wohnhaus benutzt. Der Nordwestteil mit dem runden Eckturm wurde im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts errichtet. Bauherr war Hermann von Schenking, der 1574 in den Besitz von Haus Vögeding kam.

Außerdem sind noch Teile der Gräfte erhalten geblieben. Der Großteil der versumpften Gräftenanlage existierte bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts, bis diese verfüllt wurden.

Die Hauptinsel wurde bis zur Verfüllung der Gräften in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts als Obstgarten genutzt. Das Herrenhaus brannte bereits kurz nach 1600 ab. Nach einer Legende wurde das Herrenhaus von einer Tochter des Hauses in Brand gesteckt, um die Flucht mit einem unebenbürtigen Minnesänger zu verdecken.

1942 wurde der Giebel des heute noch erhaltenen Vorburggebäudes durch einen Orkan zerstört. Der Süd-Ost-Giebel stürzte ein und wurde kurz danach wiederhergestellt.

Am 17. Januar 1969 wurde der Dachstuhl durch einen Brand vollständig vernichtet. Bereits im April des gleichen Jahres wurde ein Notdachgiebel errichtet. 1986 wurde der Giebel vollständig rekonstruiert. Er trägt ein Wappenschild der ehemaligen Besitzerfamilien Bischoping und Schenking.

Weiterführende Informationen

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