Haus Bockum: Stammsitz der Familie von Bockum gnt. Dolffs
Meschede-Wennemen, Hochsauerlandkreis
Auf einen Blick
Lage
Geschichte
Besitzergeschichte
Das Rittergut Bockum gehörte ursprünglich einer Familie von Bockum gnt. Dolffs, als deren Stammsitz das Gut gilt. Es war ein Lehen der Propstei des Stiftes Meschede. Erstmals urkundlich erwähnt wurde es im Jahre 1398.
1404 war das Gut Bockum im Besitz Heinekes von Mülsborn. Vor 1439 gelangte das Gut in den Besitz der Familie von Wesseler vom Rittergut Weslarn, die seit spätestens 1375 zur Burgmannschaft zu Werl gehörte.
1582 verstarb Dietrich von Wesseler. Seine Erbtochter Maria von Wesseler heiratete 1594 Johann Papen. Er wurde 1595 mit dem Gut belehnt und führte den Namen Wesseler-Papen. Johann Papen war während des Dreißigjährigen Krieges Oberstleutnant.
1692 verstarb Franz Anton von Wesseler-Papen. 1696 heiratete seine Erbtochter Christina Margaretha von Wesseler-Papen den Johann Dietrich von Schade zur Salvey. Nach ihrem Tod 1735 vererbte sie das Gut Bockum an ihren Stiefsohn Friedrich Wilhelm von Schade, der durch seine Heirat mit Elisabeth Sophie von Grevenstein 1747 auch das Gut Engar erhielt.
Nach dem Tod Friedrich Wilhelms von Schade 1766 teilten dessen Söhne den Besitz. August Friedrich von Schade erhielt Gut Bockum, sein Bruder Franz Karl erhielt Gut Engar. Nach dem Tod August Friedrichs 1841 fiel Gut Bockum an Freiin Theresia von Schade, die noch im selben Jahr den Freiherrn Johann von Devivere aus den Niederlanden heiratete. Er wurde 1854 Landrat des Kreises Meschede.
1877 veräußerte die Familie von Devivere das Gut Bockum an Wilhelm von Wedel zu Sandfort. Auf dem Gut befand sich bis Ende der 80er Jahre ein Zweitwerk der Strickwarenfabrik Sophie Stecker aus Schmallenberg.
2005 kaufte Michael Dameris den zuvor verkauften Südflügel zurück. Teile der Gebäude wurden restauriert, das Gutshaus erhielt eine neue Dacheindeckung. Ferner wurde die zum Gut gehörende Marienkapelle restauriert. Heute befindet sich das Haus im Eigentum der Familie Dameris-Stecker.
Baugeschichte
Das heute noch erhaltene zweigeschossige und siebenachsige Herrenhaus hat eine mit Schiefer versehene Fassade. Die Wirtschaftsgebäude gruppieren sich um den Gutshof. Nach dem Erwerb durch die Familie Dameris wurden umfangreiche Restaurierungsarbeiten durchgeführt.
Weiterführende Informationen
- Duncker, Alexander: Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preußischen Monarchie, 16 Bände, Berlin 1857–1883
- Haus Sassendorf – weiterer Sitz der Familie Bockum-Dolffs
- Weitere Literaturhinweise
Fotos
Weitere Adelssitze im Hochsauerlandkreis
-
Schloss Herdringen
Neugotisches Jagdschloss der Familie von Fürstenberg
-
Haus Ostwig
Barocker Herrensitz der Familie von Lüninck