Haus Brock: Historischer Adelssitz mit Torhaus von 1623

Münster-Roxel, Stadt Münster

Auf einen Blick

Adresse

Haus Brock
Brock 27
48161 Münster-Roxel
Stadt Münster

Besichtigung

Außen: Blickkontakt zum Torhaus von der Straße.
Herrenhaus: Nur sehr beschränkt einsehbar.
Nutzung: Landwirtschaftlicher Betrieb

Lage

Geschichte

Besitzergeschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Haus Brock im 14. Jahrhundert. Es befand sich in den Händen der münsterschen Erbmännerfamilie Travelmann. Die Erbmänner (Erbsassen) gehörten zum alteingesessenen Patriziat der Stadt Münster und besaßen zahlreiche Güter in der Umgebung.

1529 ging Haus Brock an die Herren von Stevening. In dieser Zeit wurde die Anlage als befestigter Landsitz genutzt, wie es für die Adelshöfe im Umland Münsters üblich war.

1645 fiel Brock durch Erbschaft an Lambert von Bock (Buck), über dessen Schwester es an die Erbmännerfamilie von Kerckerinck zu Stapel kam. Die Kerckerincks gehörten zu den einflussreichsten Familien des Münsterlandes und besaßen auch Haus Alst im Kreis Steinfurt.

1859 verkaufte die Familie von Kerckerinck zu Stapel das Haus an die Familie von Droste zu Hülshoff, die bereits das nahegelegene Burg Hülshoff besaß.

Heute befindet sich das Anwesen in den Händen der Familie Heitplatz und wird landwirtschaftlich genutzt.

Baugeschichte

Haus Brock war ursprünglich als Zwei-Inselanlage konzipiert — eine in Westfalen verbreitete Bauform, bei der Herrenhaus und Vorburg auf getrennten, von Gräften umgebenen Inseln lagen. Die Gräften dienten sowohl der Verteidigung als auch der Entwässerung des umliegenden Marschlandes. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die meisten Wassergräben eingeebnet.

Torhaus

Das architektonisch bedeutendste Gebäude der Anlage ist das langgestreckte, zweigeschossige Torhaus aus Ziegelstein, das 1623 auf der ehemaligen Vorburginsel errichtet wurde. Es ist zugleich das am besten erhaltene Element des Ensembles. An der Nord- und Südwand befinden sich Dreistaffelgiebel, die für die Backsteinarchitektur des Münsterlandes im frühen 17. Jahrhundert charakteristisch sind. Zwischen den Geschossen und in den Giebeln verlaufen profilierte Gesimse, die dem Bau eine horizontale Gliederung verleihen. Das Erdgeschoss enthält die ehemalige Tordurchfahrt.

Herrenhaus

Teile des zweistöckigen Herrenhauses auf der Hauptinsel sind erhalten. Kamininschriften im Inneren datieren auf das Jahr 1632. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die Eckpavillons mit Staffelgiebeln abgerissen, was das Erscheinungsbild erheblich veränderte. Ursprünglich stand das Herrenhaus unmittelbar im Wasser der Gräfte, wodurch eine malerische Spiegelung der Fassade entstand.

Weitere Gebäude

Zum heutigen Bestand gehören einige neuere Wirtschaftsbauten sowie ein Bauernhaus aus dem frühen 19. Jahrhundert. In der näheren Umgebung befindet sich auch Haus Vögeding, ein weiterer historischer Adelssitz im Münsteraner Stadtgebiet.

Weiterführende Informationen

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