Schloss Hohenlimburg: Westfalens einzige erhaltene Höhenburg

Hagen-Hohenlimburg, kreisfreie Stadt Hagen

Auf einen Blick

Adresse

Schloss Hohenlimburg
Alter Schlossweg 30
58119 Hagen-Hohenlimburg
Kreisfreie Stadt Hagen

Besichtigung

Schlossmuseum: April bis Oktober geöffnet.
Falknerei: Flugvorführungen auf dem Burggelände.
Gartenanlage: Frei zugänglich

Lage

Geschichte

Gründung nach dem Verlust der Isenburg

Um 1240 errichtete Graf Dietrich I. von Isenberg-Limburg die Burg Hohenlimburg auf einem steil abfallenden Bergsporn hoch über dem Lennetal. Die Gründung war eine direkte Folge des Verlustes der Isenburg bei Hattingen: Nach der Ermordung des Kölner Erzbischofs Engelbert I. durch Friedrich von Isenberg im Jahr 1225 war die Isenburg geschleift worden. Graf Dietrich, Sohn des hingerichteten Friedrich, musste seinen angestammten Sitz aufgeben und gründete mit Hohenlimburg eine neue Grafschaft — die Grafschaft Limburg.

Der gewählte Standort am Zusammenfluss von Lenne und Nahmer bot hervorragende natürliche Verteidigungsmöglichkeiten. Die steilen Felshänge machten die Burg von drei Seiten nahezu unangreifbar.

Grafschaft Limburg

Die Grafen von Limburg entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte zu einer der bedeutendsten Dynastien Südwestfalens. Hohenlimburg diente als Residenz und Verwaltungsmittelpunkt der Grafschaft, deren Territorium sich über weite Teile des heutigen Ennepe-Ruhr-Kreises und des südlichen Hagen erstreckte.

Die wirtschaftliche Grundlage der Grafschaft bildete neben der Landwirtschaft vor allem die Metallverarbeitung. Im Lennetal entwickelte sich früh eine bedeutende Drahtindustrie, die von der Wasserkraft der Lenne und ihrer Nebenflüsse angetrieben wurde. Die Grafschaft Limburg bestand als eigenständiges Territorium bis zur Auflösung im Zuge der napoleonischen Neuordnung im Jahr 1808.

Baugeschichte vom Mittelalter bis zum Barock

Die Kernburg aus dem 13. Jahrhundert wurde in den folgenden Jahrhunderten kontinuierlich erweitert und umgebaut. Im 14. und 15. Jahrhundert entstanden zusätzliche Ringmauern, Verteidigungstürme und eine ausgedehnte Vorburg, die den Verteidigungsring der Anlage erheblich verstärkte.

Im 17. Jahrhundert erfolgten barocke Umbauten der Wohngebäude, die der Burg ihren heutigen Charakter als Mischung aus mittelalterlicher Wehranlage und repräsentativem Adelssitz verliehen. Besonders bemerkenswert an Hohenlimburg ist die Tatsache, dass die Burg nie zerstört wurde. Sie zeigt daher in einzigartiger Weise Bauphasen vom Hochmittelalter bis zum Barock — ein architekturgeschichtliches Dokument von hohem Rang.

Einzigartig als Höhenburg in Westfalen

Hohenlimburg ist die einzige vollständig erhaltene Höhenburg Westfalens. Diese Besonderheit erklärt sich aus der Topographie der Region: Im flachen Münsterland und entlang des Hellwegs dominieren Wasserburgen und Gräftenhöfe, die ihre Verteidigung auf Wassergräben stützten. Höhenburgen finden sich in Westfalen vornehmlich im bergigen Übergangsbereich zum Sauerland und Bergischen Land — genau dort, wo Hohenlimburg seinen Standort hat. Während die meisten dieser Höhenburgen im Laufe der Jahrhunderte verfielen oder geschleift wurden, blieb Hohenlimburg als einzige vollständig erhalten.

Die Fürsten zu Bentheim-Tecklenburg

Seit 1592 befindet sich Schloss Hohenlimburg im Besitz der Fürsten zu Bentheim-Tecklenburg. Die Familie erwarb die Grafschaft Limburg durch Heirat und hat sie seither nicht mehr abgegeben — eine der längsten ununterbrochenen Eigentümerlinien unter den westfälischen Adelssitzen. Auch heute noch ist die fürstliche Familie Eigentümerin der Anlage und engagiert sich für deren Erhalt und kulturelle Nutzung.

Museum und Falknerei

Das Schlossmuseum im Inneren der Anlage dokumentiert die Geschichte der Grafschaft Limburg und gibt Einblick in die Lebensweise des westfälischen Adels über die Jahrhunderte. Ein eigener Bereich widmet sich der Drahtindustrie im Lennetal, die über Jahrhunderte das wirtschaftliche Rückgrat der Region bildete. Die Falknerei auf dem Burggelände bietet regelmäßige Flugvorführungen mit Greifvögeln und knüpft damit an die lange Tradition der adligen Beizjagd an. Die historischen Gartenanlagen rund um die Burg sind frei zugänglich und laden zu einem Rundgang mit Blick über das Lennetal ein.

Weiterführende Informationen

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